31. Jul, 2016

Tolino und ich

Letztes Jahr kurz vor meinem 22. Geburtstag stellte Norman sich die Frage, was wohl das richtige Geschenk für mich wäre. Da er weiß, wie sehr ich Bücher liebe und er eine gewisse Affinität für Technik aller Art hat, war es also nur logisch für ihn, mir einen E-Reader zu schenken. Er verglich alle möglichen Modelle die derzeit auf dem Markt waren miteinander und entschied sich letztendlich für den Tolino Vision 2. Als ich das Geschenk auspackte, hatte ich erstmal gemischte Gefühle. Versteht mich nicht falsch, ich habe mich gefreut, weil es mir gezeigt hat, dass er sich wirklich Gedanken gemacht hat.

Andererseits geht nichts über den Geruch eines ungelesenen Buches, das Rascheln von Papier, wenn man ein neues Kapitel aufschlägt und das besondere Gefühl, wenn man ein ausgelesenes Buch zu den anderen ins Regal stellt. Diese Möglichkeiten schienen mir nun erstmal alle genommen. Nach zwei Wochen des Grübelns und Abwägens, lud ich spontan ein paar Bücher herunter und übertrug sie auf den Tolino. Da merkte ich, wie praktisch es eigentlich ist, selbst im Dunkeln ohne Licht lesen zu können. Der Akku hielt eine gefühlte Ewigkeit und natürlich war es auch viel praktischer den Tolino mit zu nehmen, statt drei schwerer Bücher. Mein erstes Buch war Madame Bovary von Gustave Flaubert, dass sich gezogen hat wie Kaugummi. Normalerweise liebe ich die Literatur des 19. Jahrhunderts, besonders die britischen Autoren wie Austen, die Brontë-Schwestern, Thomas Hardy oder Charles Dickens, aber an die Franzosen komme ich einfach nicht heran. Natürlich ist es auch sehr praktisch, dass die E-Books meist etwas günstiger sind, als ihr papierens Pendant. Trotzdem werde ich mir noch handfeste Bücher für mein Regal zulegen, besonders bei Trilogien und Herzbüchern, die ich einfach für immer bei mir haben möchte. Die Gefahr, dass die digitalen Werke irgendwann verloren gehen könnten, ist mir dann doch einfach zu groß!