Autorengeflüster

22. Nov, 2016

In meinem heutigen Blogbeitrag möchte ich euch die Autorin Ivy Bell und ihr Werk "Als Lilly schlief" vorstellen. Hierzu gibt es ein Interview mit der Autorin, über ihr Buch, den Umgang mit Schreibblockaden und welche Rolle die schöne Insel Usedom dabei spielt! Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!

 

Die Autorin

Ivy Bell liebt Bücher schon seit ihrer Kindheit. Flugreisen wären vor Erfindung des ebook-Readers beinahe am Übergepäck gescheitert, weil sie sich nie entscheiden konnte, welche Bücher in den Koffer kommen und welche zu Hause bleiben.

Während ihres Studiums und einem Volontariat begann sie, kleine Geschichten über das Leben zu schreiben, die mit der Zeit immer länger wurden und schließlich in der Idee zu einem Roman gipfelten. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin.



Der Roman

Ein Wimpernschlag kann ein Leben verändern. Nachdem Lilly, Sophie und Eva zufällig aufeinandertreffen, ist nichts mehr, wie es war.

In dem Roman geht es um drei Frauen, deren Leben auf schicksalhafte Weise miteinander verknüpft werden.
Die 31jährige Innenarchitektin Lilly fällt nach einem Unfall ins Koma und wird von ihrem Unterbewusstsein immer wieder in Stationen ihres bisherigen Lebens katapultiert und damit konfrontiert, wie ihr Leben noch hätte verlaufen können, wenn sie sich in manchen Situationen für einen anderen Weg entschieden hätte.
Als sie wieder erwacht, ändert sie einige Dinge in ihrem Leben. Dabei hilft ihr auch Sophie, 38 Jahre alt und Mutter des kleinen Jungen, dem Lilly durch ihren schweren Unfall das Leben gerettet hat. Auch Sophie befindet sich gerade in einer Umbruchphase, nach ein paar Jahren zu Hause, in denen sie sich um ihre Kinder gekümmert hat, sucht sie wieder nach neuen Aufgaben. Ausgerechnet Eva Hartung, eine vermeintlich unsympathische Nachbarin von Sophie, die ebenfalls indirekt an dem Unfall beteiligt war, gibt Sophie den entscheidenden Impuls. Eva selber blüht durch die Bekanntschaft mit ihrer Nachbarin Sophie wieder auf und kann die Verletzung, die ihr durch das Ende ihrer Ehe 12 Jahre zuvor zugefügt wurden, endlich überwinden.
Am Ende zeigt sich, dass im Leben nichts ohne Grund passiert und alles gut werden kann, wenn man sich zusammen tut.

© Ivy Bell

 

 

 

 

Liebe Ivy, meine erste Frage an dich lautet: Wie bist du zum schreiben dieses Romans gekommen? Erkennst du dich in deinen Figuren die du da beschreibst wieder?


Gelesen habe ich schon immer gerne, Bücher waren immer sehr wichtig für mich. Irgendwann fing ich mit dem Schreiben von kleinen Geschichten an, die ich bei Facebook gepostet habe. Die Resonanz darauf war sehr gut

Die Geschichte der Lilly aus „Als Lilly schlief“ habe ich tatsächlich geträumt. Als ich dann anfing den Roman auszuarbeiten, haben sich Sophie und Eva einfach eingeschlichen, die beiden waren gar nicht geplant, aber sie haben das Buch erst rund gemacht.
Ich hatte auch ein wenig Sorge, dass mir nach dem ersten Roman nichts mehr einfallen würde, aber zum Glück habe ich inzwischen schon ein paar mehr oder weniger ausgearbeitete Ideen in der Schublade und schreibe bereits am nächsten Roman. (für den mir die Idee übrigens beim Abendessen mit meiner Familie kam ).
Ich denke, in jeder Figur steckt auch ein wenig von einem selbst drin. Vor allem Lilly und Sophie sind mir sehr nahe, Sophie wahrscheinlich am nächsten, weil sie auch einen netten Ehemann und zwei Kinder hat. Lilly ist vielleicht ein wenig wie die jüngere Ivy, und sie hat Höhenangst, genau wie ich. Die Szene im Buch, die auf der Sagrada Familia spielt, habe ich selber erlebt, allerdings mit meinen Eltern, aber es gibt tatsächlich auch ein Foto von mir mit angstgeweiteten Augen. Ansonsten schnappe ich viel auf und habe ein ziemlich gutes Gedächtnis, da sammelt sich dann einiges an, was man für Romane verwenden kann.


 


Wow das klingt ja schon mal toll, also hast du keine Probleme mit Schreibblockaden? Ich kenne es von mir, dass es Punkte gibt wenn ich schreibe, wo es einfach nicht mehr weiter geht für einen gewissen Zeitraum. Geht es dir da anders? Und falls du doch mal eine Blockade hast oder hattest, wie gehst du damit um, um sie zu lösen?

 

Ich hatte eine große Blockade gleich nachdem ich mit dem Roman begonnen hatte. Der Grund war der Herzinfarkt, den mein Mann damals im Auto hatte, als wir eigentlich über Ostern nach Usedom fahren wollten . Es ist alles gut ausgegangen, er ist zum Glück auch wieder fit und gesund, aber danach konnte ich eine ganze Weile nicht mehr schreiben, circa ein halbes Jahr. Dann musste ich erst einmal wieder in die Geschichte hinein finden.
Ich versuche immer, mir über die nächsten Seiten klar zu werden und alles grob für mich zu skizzieren. Wenn ich dann wirklich mal gar nicht schreiben kann, weil mir z.B. keine Dialoge einfallen, recherchiere ich entweder etwas für den nächsten Roman oder ich zeichne schon mal am Cover oder ich lasse das ganze wirklich mal einen Tag ruhen. Das hilft oft schon, denn ewig vor dem Rechner sitzen und auf den blinkenden Cursor starren ist doch ziemlich frustrierend. Ach ja, und zur Entspannung lesen hilft mir auch immer. Ich versuche, mich nicht zu stressen, eine Geschichte braucht ihre Zeit und manchmal ist es auch ganz gut, dass ein paar Tage zur Seite zu legen und sich dann alles nochmal durchzulesen. Oft sieht man dann wieder klarer.


 

 

Das ist natürlich ein einschneidendes Erlebnis! Nach Usedom auch noch? Das ist ja meine Heimat, ich hoffe ihr seid trotzdem dazu gekommen hier einmal Urlaub zu machen! Gibt es einen Lieblingsautoren oder Menschen der dich beim schreiben inspiriert? Und gibt es einen speziellen Tipp oder Rat den du gern schon gewusst hättest, bevor du eine Autorin geworden bist?

 

Wir waren schon ganz oft auf Usedom, da ist es so schön. Ich könnte mir vorstellen, dass wir irgendwann ans Meer ziehen. Einen Lieblingsautoren habe ich eigentlich nicht, es gibt mehrere, die ich gut finde, und auch ganz verschiedene Genres. Ich habe früher sehr gerne Michael Crichton gelesen und war sehr traurig, als er plötzlich starb. Dann mag ich aber auch wahnsinnig gerne Bücher, die in die Kategorie Frauenromane/Belletristik gehören, da gibt es wahnsinnig viele gute Autoren. Ich würde sagen, am meisten inspiriert mich das Leben. Ich unterhalte mich auch sehr gerne und erfahre etwas über andere Menschen, das Leben ist so schön und spannend. Über die Frage mit dem Tipp oder Rat muss ich glatt nochmal nachdenken. Da fällt mir spontan nichts ein. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich, bevor mein Buch herauskam, schon mit ein paar Autorinnen geredet und viel recherchiert habe. Ich wollte ja unbedingt Self-Publishing machen und da kann man sehr viel im Internet nachlesen.


 

 

An dieser Stelle gab es eine kleine Interviewpause, da ja auch jeder irgendwann einmal schlafen muss. ;) Am nächsten Tag hatte die liebe Ivy dann auch einen kleinen Tipp parat!


Ich habe lange überlegt, aber so ein richtiger Tipp oder Rat ist mir tatsächlich nicht eingefallen. Höchstens, dass man sich nicht verrückt machen sollte. Es gibt immer so viele negative Meldungen, gerade bezüglich kreativer Berufe. Aber wenn jetzt alle plötzlich aufhören, zu schreiben, wäre das extrem Schade. Wenn man meint, dass man eine Geschichte zu erzählen hat, sollte man sie unbedingt aufschreiben. Es gibt immer jemanden, der sie gerne lesen möchte.
Man muss sich natürlich auch darüber im Klaren sein, dass man es nicht jedem Recht machen kann. Wenn jemand, der eigentlich nur Krimis liest, mein Buch kauft, wird er sicher enttäuscht sein.


 

 

Das klingt doch schon einmal nach einem guten Tipp! Nun zur nächsten Frage! Wenn du schreibst, brauchst du da eine spezielle Atmosphäre? Gibt es einen besonderen Schreibort für dich?

 

Ich habe einen kleinen Schreibtisch im Wohnzimmer, da schreibe ich sehr gerne. Manchmal breite ich mich aber auch am Küchentisch aus, der ist schön groß und vor allem bei der Nachbearbeitung des Romans war das hilfreich, weil ich mein Manuskript mit den Verbesserungen und Vorschlägen neben den Laptop legen konnte.
Eine spezielle Atmosphäre brauche ich nicht, ich bin aber eher jemand, der abends schreibt und dann gerne auch in die Nacht hinein. Da stört es mich aber auch nicht, wenn der Rest der Familie im Wohnzimmer sitzt und redet oder einen Film guckt. Ich finde das sogar ganz kuschelig.
Meine Cover zeichne ich ja auch selbst, die ersten Skizzen mache ich meistens mit einem Zeichenbrett auf dem Sofa.


 

 

Recherchierst du viel im Internet, wenn du schreibst? Für viele Autoren ist es ja essentiell, dass sie eine besondere Vorbereitung für ihre Texte treffen, beispielsweise wenn es um bestimmte Schauplätze geht, investierst du viel Zeit dafür, oder sind dir realistische Belege nicht so wichtig?

 

Doch, dass ist mir schon wichtig. Ich verbringe relativ viel Zeit mit Recherche, das mache ich auch gerne vormittags oder mittags. In meinem Roman "Als Lilly schlief " ist der Schauplatz der Geschichte allerdings offen geblieben, weil mir die Charaktere und deren Gedanken und Interaktionen wichtiger waren. Dafür musste ich da viel über medizinische Dinge recherchieren, speziell über Koma. Das war aber auch sehr interessant. Die Orte, die in meinen nächsten beiden Büchern vorkommen, habe ich alle schon mal besucht, aber ich gucke dann trotzdem nochmal auf die Landkarte oder blättere im Reiseführer, um keine Fehler zu machen.


 

 

Nun kommen wir schon zur vorletzten Frage! Wie viel Zeit investierst du schätzungsweise in deine Bücher? Schreibst du täglich oder eher sporadisch?

 

Ich versuche, täglich zu schreiben. Wenn ich jeden Tag ein Kapitel schaffe, dann bin ich sehr zufrieden. Wenn es mal einen Tag nicht so gut läuft, lege ich auch mal eine Pause ein. An meinem ersten Roman habe ich allerdings recht lange gearbeitet, etwas über 2 Jahre, weil da die Schreibblockade wegen dem Herzinfarkt meines Mannes dazwischen kam. Ansonsten wäre ich viel schneller fertig gewesen.


 

 

Du hast ja bereits erwähnt, dass du bereits am nächsten Roman arbeitest, gibt es da schon ein Erscheinungsdatum? Und eine Frage die mir persönlich unter den Nägeln brennt, ist Ivy Bell dein richtiger Name oder dein Pseudonym?

 

Ich versuche, einen Weihnachtskurzroman fertig zu schreiben, in dem die Hauptfiguren meines nächsten Romans quasi vorgestellt werden. Der ist tatsächlich schon fast fertig und zum großen Teil auch schon überarbeitet. Den würde ich gerne Ende November /Anfang Dezember herausbringen, mal sehen, ob ich das schaffe. Wenn nicht, bleibt er ein Jahr in der Schublade. Für den nächsten Roman habe ich den Sommer 2017 angepeilt.
Ivy Bell ist mein Pseudonym, Ivy ist von meinem Vornamen abgeleitet und das "Bell " habe ich aus einem meiner Lieblingsfilme "Moon " geklaut. Da heißt der Hauptdarsteller Sam Bell.

 

Ich hoffe mein kleines Interview mit Ivy Bell hat euch gefallen! Ihr Buch „Als Lilly schlief“ gibt es hier als E-Book-Download.